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Einer der Bauern, die wir besuchten, erzählte uns, dass seine neun Kinder immer auf dem Feld mitarbeiten mussten. Und wenn der Regen ausfiel, waren sie auf die Hilfe von Nachbarn angewiesen. „Heute pflanzen wir auf kleinstem Raum verschiedene Sorten Früchte und Gemüse an, wie Zwiebeln, Tomaten, Papaya, Mango und vieles mehr. Mit einer Handpumpe, die ich von Menschen für Menschen erhalten habe, pumpe ich das Wasser aus dem Boden, um die Beete zu bewässern. Sobald ich diese mit dem Verkaufserlös der Produkte abbezahlt habe, kaufe ich eine stärkere Pumpe, mit der ich noch mehr anbauen und bewässern kann“, berichtete der Bauer stolz. „Das Schönste aber ist, dass ich jetzt alle meine Kinder zur Schule schicken kann, damit sie einmal ein besseres Leben haben.“

Der Weg zum Paradies Original im pdf

Rolf Knie, Mitbegründer und Stiftungsrat der Stiftung Menschen für Menschen Schweiz, berichtet über seine erste Reise nach Äthiopien.

Seit 25 Jahren unterstütze ich Karlheinz Böhms Arbeit in Äthiopien, und ich bin sehr glücklich. Zum einen weil ich mein Versprechen, das ich ihm schon lange gegeben hatte, einmal die Projekte zu besuchen, eingelöst habe. Zum anderen weil ich nun mit eigenen Augen gesehen habe und weiss,

dass ich in all dieser Zeit die richtige Organisation unterstützt habe.

Unterwegs trafen wir sechs Männer an, die einen Kranken auf eine Bahre gebunden hatten und ihn auf ihren Schultern ins nächste Spital brachten. Die Verantwortlichen von Fedis, einer abgelegenen, ländlichen Region mit nur wenig Infrastruktur, berichteten uns voller Dankbarkeit über die Fortschritte, die sie dank der Hilfe von Menschen für Menschen erreicht haben. Doch leider sterben immer wieder Patienten auf dem langen Fussweg ins ca. 30 Kilometer entfernte Spital nach Harar. Sie hatten gehört, dass die Stiftung in einem anderen Gebiet einen Ambulanzwagen zur Verfügung gestellt hatte, und wären sehr glücklich, wenn sie auch einen solchen hätten, mit dem sie Notfälle, speziell Frauen mit Entbindungsproblemen, schneller versorgen und transportieren könnten.*

Äthiopien ist eines der wenigen Länder, in denen Muslime und Christen friedlich zusammen leben. Ich traf zum Beispiel Scheiche, deren Bärte zum Zeichen ihres Koranwissens rot eingefärbt sind. Sie erzählten uns, dass Karlheinz Böhm ihnen die Augen geöffnet habe. Er habe sie gefragt, wo im Koran stünde, dass die Frauen beschnitten werden müssen: „Wir haben nachgelesen - und tatsächlich stand dies nirgends. Seither setzen wir uns dafür ein, dass die Menschen mit dieser schrecklichen Tradition aufhören, und nehmen ihnen das Versprechen ab, dass keine Mädchen mehr beschnitten werden.“

Als Kind des Zirkus’ haben mich die grossen Kamelherden mit bis zu 150 Tieren fasziniert: In Bisidimo sammeln etwa 40 Frauen die Kamelmilch in einer Kooperative, die sie mit Hilfe eines Kleinkredits von Menschen für Menschen gegründet haben. Anschliessend mieten sie einen Bus und fahren in die umliegenden Städte und Dörfer, wo sie diese verkaufen - eine willkommene Einnahmequelle, dank der sie zum Unterhalt ihrer Familien beitragen können und an Selbstbewusstsein gewinnen.

Am Ende meiner Reise erfüllte mich ein Gefühl von grosser Dankbarkeit. Wie vielen Menschen in Äthiopien hat Karlheinz Böhm das Leben gerettet. Wie vielen hat er sauberes Wasser gegeben und mit einer kleinen Operation das Augenlicht wieder geschenkt. Seit bald dreissig Jahren versucht er zu begreifen, was die Menschen brauchen, was für sie richtig ist. Und die Frauen, Männer und Kinder, die ein menschenunwürdiges Leben führten, danken es ihm mit einem derartigen Respekt und einer Würde, wie ich es kaum jemals zuvor erlebt habe. Meinen aufrichtigen Dank an Karlheinz und Almaz Böhm!

* Anmerkung der Redaktion: Damit kein Patient mehr auf dem Transport ins Spital sterben muss, hat sich Rolf Knie spontan bereit erklärt, den Menschen einen Ambulanzwagen zur Verfügung zu stellen. Im Namen der Bevölkerung von Fedis danken wir ihm von ganzem Herzen.

Den ausführlichen Reisebericht finden Sie unter www.menschenfuermenschen.ch/Informationsmaterial/Reisebericht

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