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Im Circus fing alles an, auch in der Malerei. Schon früh hat Rolf Knie Kontakt zu Künstlern, die ihn an die Malerei heranführen. Hans Falk beispielsweise, der den Circus Ende der 1970er über einige Jahre hinweg begleitet und das Leben auf den Tourneen dokumentiert, vermittelt ihm die Grundlagen des Zeichnens und Aquarellierens. Bereits Knies frühkindliche Zeichnungen zeugen von der überbordenden Phantasie eines jungen Menschen, der von abertausend magischen Dingen umgeben und angeregt ist. „Wenn es mir in der Schule langweilig war, entstanden Skizzen, die ich dann zu Hause beendete. Es brachte mir Unannehmlichkeiten ein, wenn ich mich mehr für meine Skizzen als für den Lehrstoff interessierte, den mir der Lehrer beizubringen versuchte.“
Seine Motive findet Rolf Knie vor den Treppen der Circuswägen oder bei den Stallungen der Pferde und den Käfigen der Löwen und Leoparden. Er beobachtet und porträtiert Clowns und Akrobaten kurz vor ihrem Auftritt. Auch technische Details von Seilen, Trapezen und Scheinwerfern oder Artistenequipments faszinieren Rolf Knie. „Mein Fokus wanderte über das gesamte Circusgelände. Ich malte ihn von innen und von außen, zu allen Zeiten. Ob kalt oder warm, sonnig oder windig, je nach Umgebung und Stimmung entstanden meine Bilder.“
Im Jahre 1980 verkauft Rolf Knie sein erstes Bild bei seiner Einzelausstellung im St. James’ Fine Art Cabinet in Zürich für 600 CHF. Das Aquarell von 1977 zeigt eine flüchtige, fast schon einsame Momentaufnahme weitab vom Trubel der Manege. Vor dem Verlagsgebäude der „Neuen Züricher Zeitung“ gastiert der Circus Knie. Hier und da ein paar Zelte, Gehege  für die Tiere, dort auch die Unterkünfte der Artisten und Akrobaten. Idyllisch mutet die Szene an, bisweilen beruhigt und verlassen. Ein stiller, melancholischer Eindruck; zudem malerisch bemerkenswert präzise ausgeführt. Fast dokumentarisch und illustrierend. Die Reduktion zum einen, zum anderen die Fokussierung auf das Wesentliche. Man mag eine leise Impression gewinnen von der Stimmung, wenn der Vorhang fällt. Acht Jahre später ersteigert Rolf Knie eben jenes Bild im Rahmen einer Auktion zurück – zu einem Preis von 6000 CHF. „Es ist wie die erste Freundin – man vergisst sie nie. Dies will man bewahren.“